Bosnischen Kaffee zubereiten

Bosnischer Kaffee Zubereitung: So gelingt das Ritual in der Džezva

Kaffee ist auf dem Balkan kein Getränk. Kaffee ist ein Moment. Ein Gefühl. Wir nennen es "Ćejf" – das Genießen des Augenblicks ohne Stress und Eile.

Viele unserer Kunden kaufen den originalen Kaffee, wissen aber nicht genau, wie man ihn traditionell zubereitet. Oft wird er einfach wie ein Mokka aufgekocht. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Bosnischem Kaffee und Türkischem Kaffee.

In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen, wie Sie die Džezva (das Kännchen) richtig benutzen, wie der perfekte Schaum ("Kajmak") entsteht und warum Sie Zuckerwürfel niemals in den Kaffee werfen sollten.

Der Unterschied: Bosnisch vs. Türkisch

Obwohl beide Arten sehr fein gemahlenen Kaffee verwenden und in einem Kupferkännchen zubereitet werden, unterscheidet sich die Technik:

  • Türkischer Kaffee: Kaffeepulver, Zucker und kaltes Wasser werden zusammen in die Kanne gegeben und gemeinsam aufgekocht.
  • Bosnischer Kaffee: Das Wasser wird zuerst alleine aufgekocht. Ein Teil davon wird abgegossen. Erst dann kommt der Kaffee ins kochende Wasser und wird nochmals kurz erhitzt ("gebraten"). Das sorgt für ein intensiveres Röstaroma.

Das Zubehör: Was Sie brauchen

Für das echte Erlebnis benötigen Sie:

  • Den richtigen Kaffee: Er muss staubfein gemahlen sein ("Puder"). Normale Espressomühlen schaffen das oft nicht. Greifen Sie lieber zum Original wie Zlatna Džezva, Grand oder Franck.
  • Eine Džezva: Das traditionelle Kännchen (meist aus Kupfer oder Emaille), das sich nach oben hin verjüngt. Das ist wichtig für den Schaum!
  • Fildžan: Die kleinen henkellosen Tassen (oder Espressotassen).
  • Würfelzucker & Lokum: Dazu später mehr.

Schritt-für-Schritt Anleitung

1. Wasser kochen

Füllen Sie kaltes Wasser in die Džezva (messen Sie vorher mit den Tassen ab, wie viel Sie brauchen). Stellen Sie sie auf den Herd und bringen Sie das Wasser zum Kochen.

2. Das "Abtrennen"

Sobald das Wasser kocht, nehmen Sie die Džezva vom Herd. Gießen Sie eine kleine Menge des heißen Wassers in eine separate Tasse ab (das "Sicherungswasser").

3. Kaffee zugeben

Geben Sie nun den Kaffee in das verbliebene Wasser in der Džezva. Faustregel: 1-2 gehäufte Teelöffel pro Tasse. Rühren Sie kurz um.

Bosnischen Kaffee zubereiten

4. Der Aufstieg

Stellen Sie die Džezva zurück auf die heiße Platte. Warten Sie, bis der Kaffee aufsteigt und sich Schaum bildet. Er darf nicht überkochen! Nehmen Sie ihn sofort vom Herd, sobald der Schaum den Rand erreicht.

5. Das Finale

Gießen Sie nun das "Sicherungswasser" (aus Schritt 2) zurück in die Džezva. Das senkt den Kaffeesatz ab und stärkt den Schaum. Stellen Sie die Kanne noch einmal für 2-3 Sekunden auf die Platte, bis es kurz zischt – aber nicht mehr kochen!

Richtig Servieren & Trinken

Hier machen Anfänger oft Fehler. So geht es richtig:

  1. Der Schaum (Kajmak): Schöpfen Sie mit einem Löffel zuerst etwas Schaum ab und verteilen Sie ihn in die leeren Tassen. Dann gießen Sie den Kaffee ein. So hat jeder Gast Schaum.
  2. Der Zucker: Bosnischer Kaffee wird traditionell ungesüßt gekocht (im Gegensatz zum türkischen). Man serviert Würfelzucker dazu.
    Die traditionelle Methode: Dippen Sie den Zuckerwürfel kurz in den Kaffee, beißen Sie ein Stück ab und trinken Sie den Kaffee durch den Zucker im Mund ("Ktlama").
  3. Die Beilage: Ein Glas kaltes Wasser und ein Stück Rahat Lokum gehören immer dazu.

Häufige Fragen (Kaffee FAQ)

Welcher Kaffee ist der beste?

Das ist Geschmackssache! In Bosnien ist Zlatna Džezva ("Die goldene Kanne") der Marktführer. In Serbien schwört man oft auf Grand Kafa. In Kroatien ist Franck Jubilarna (der "Ziegelstein") Kult. Probieren Sie sich durch unser Sortiment!

Kann ich normalen Filterkaffee nehmen?

Nein, auf keinen Fall. Filterkaffee ist viel zu grob gemahlen. Er würde nicht absinken, sondern oben schwimmen, und Sie hätten keinen Schaum. Sie brauchen den speziellen "Turska Kafa" Mahlgrad.

Warum bleibt Kaffeesatz in der Tasse?

Da der Kaffee nicht gefiltert wird, setzt sich der Satz ("Talog") am Boden ab. Trinken Sie die Tasse daher nie ganz bis zum letzten Schluck leer, sonst haben Sie Sand zwischen den Zähnen! Aus dem Kaffeesatz wird übrigens gerne die Zukunft gelesen.

Fazit: Nehmen Sie sich Zeit

Bosnischer Kaffee ist Entschleunigung pur. Wenn Sie das Ritual einmal beherrschen, werden Sie Ihre Kaffeemaschine am Wochenende öfter mal ausgeschaltet lassen.

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